Bio-Kräuter aus den Norden

Hoch oben im Norden Deutschlands, in dem kleinen, idyllischen Ort Eitzendorf, findet man den Biolandhof Cordes. Unter dem Hofnamen Smüllershof bekannt, existiert der Hof schon mindestens seit 1645 und wird jetzt von der Familie Cordes biologisch geführt.

16. Dezember 2019

Eine deutliche Umstellung
An dem schönen Landschaftsschutzgebiet am alten Weserarm „Alveser See“, zwischen Hoya und Verden, werden heute auf rund 80 Hektar liebevoll Kräuter, Wildblumen und Getreide großgezogen. Das war nicht immer so, im Gegenteil! Mitte der 80er wollte Heino Cordes, der den Betrieb 1974 übernahm, am stark preisorientierten konventionellen Zuckerrübenmarkt nicht mehr mitkämpfen und stellte auf Bio um. „Es machte keine Freude mehr und es hat sich immer weniger gelohnt“, blickt Heino Cordes zurück und bereut diese Entscheidung keinen einzigen Tag. „Anstelle der angebauten Zuckerrüben wachsen heute verschiedenen Sonderkulturen“, sagt Heino stolz. Auch die Bullenmast wurde komplett aufgegeben und an ihre Stelle trat eine Mutterkuhhaltung.

Voll im Trend
Heino Cordes hat den Betrieb auf organisch-biologischen Landbau nach Bioland-Kriterien umgestellt und widmet sich mit viel Freude und Leidenschaft all diesen Herausforderungen, wozu der Erhalt und die Förderung der Bodengesundheit gehören. Heute steht am von Heino und Sohn Morten bewirtschafteten Landhof nachhaltige Vielfalt im Mittelpunkt. Die guten tonhaltigen Böden, die richtige Portion Niederschlag und wertvoller Dünger aus Mutterkuhhaltung lassen Sonderkulturen gedeihen. „Zu den Sonderkulturen, die wir derzeit anbauen, gehören Fenchel, Pfefferminze, Melisse, Brennnessel, Apfelminze und Wildblumen“, sagt Heino. „Im Moment fokussieren wir uns auch voll auf die Trends, um eine höhere Wertschöpfung zu erzielen“, fügt Sohn Mortens zu. Nach der Minze, die getrocknet wird und anschließend zur Teeherstellung geeignet ist, besteht die größte Nachfrage. Man riecht es, denn die ganze Umgebung um den Hof duftet nur nach Minze.

Glück im Bio-Kräuteranbau
Man merkt, dass die überaus gastfreundliche Familie Cordes ihr ganzes Herzblut in den Betrieb steckt. „Es macht einfach Spaß, das zu tun, was man am liebsten macht“, sagt Heino mit seinen stolzen 71 Jahren und fügt zu, „Arbeit am Hof schweißt die ganze Familie zusammen.“ Sowohl auf dem Betrieb als auch auf dem Feld gibt es jede Menge Tätigkeiten, die vor allem saisonal gefragt sind. Zugleich erfordert es aufwendige und intensive Handarbeit. „Je nach Bedarf beschäftigen wir zusätzlich jede Saison 10 bis zu 20 Saisonarbeiter“, erzählt Heino.

Auf der Messe fündig geworden
Die Messebesuche haben sich für die Familie Cordes gelohnt. „Auf der Messe Tarmstedt im Jahr 2017 sind wir erstmals mit Farmtech ins Gespräch über Sonderkulturstreuer gekommen und später haben wir auf der Agritechnica den Sonderkulturstreuer Variofex erstmals auch in natura gesehen“, kann sich Heino noch gut erinnern. Dieser weckte von Anfang an sein Interesse, doch die Entscheidung ist trotzdem nicht leichtgefallen. „20 Jahre haben wir wenig in neue Maschinen investiert, denn für uns war und ist es immer schwierig, die passenden Maschinen zu finden, weil wir meistens Spezialwünsche und besondere Anforderungen haben“, sagt Heino.

Viel Freude mit dem Streuer
Sie verzichten fortan (schon seit 1985) auf Kunstdünger und Spritzmittel. So werden auf den Feldern pro Jahr rund 40-50 LKWs Kompost gestreut, das heißt 1/2 LKW pro Hektar. Alleine deshalb war die Nachfrage nach dem neuen Streuer groß, da der normale Stalldungstreuer zu breit und zu schwer ist, und so kam der Sonderkulturstreuer aus dem Hause Farmtech ins Spiel. „Variofex hat uns überzeugt und keine Wünsche offengelassen“, sagt Heino durchaus kritisch, aber ehrlich. Für ihn war es wichtig, ein perfektes Streubild auf dem ganzen Feld zu erreichen – das kann man mit dem Variofex wahlweise flächig bis zu 15 Meter breit. Aber nicht nur Kompost, auch Kalk kann man mit dem Feinstreuwerk ausbringen. 1500 mm, also genau eineinhalb Meter ist die Spurweite des Variofex. Das ist von Vorteil für Sonderkulturen, da er perfekt in die Reihen passt. Mittlerweile haben sie schon über 50 Fuhren gemacht und bis jetzt hat sich die Investition als richtig erwiesen.

Positiv und zukunftsorientiert
„Dass die Ernte einmal besser und einmal schlechter ausfällt, gehört zur Landwirtschaft dazu“, sind sich Heino und Mortens einig und fügen hinzu, dass das Risiko bei Bio-Produkten viel größer als bei Konventionellen ist. Auch Wettbewerb gibt es in der Branche genug. „Es sind mittlerweile viele Anbieter mit den gleichen Produkten am Markt, und wir haben uns das Ganze einfacher und leichter vorgestellt. Dennoch sind wir optimistisch, weil wir immer wieder die geforderte Qualität liefern“, sagt Heino zuversichtlich. Zukünftige Herausforderungen gibt es genug. „Das momentane hohe Wachstum möchten wir halten, aber vor allem möchten wir kosteneffizienter arbeiten, Arbeitsabläufe beschleunigen und die Qualität verbessern“, beendet Heino das Gespräch.