Eine heiße Sache

Die Domaine Albrechtsfeld befindet sich in der burgenländischen Gemeinde Andau, in der tiefst gelegenen und heißesten Region Österreich. Dieser Standort verlangt große Flexibilität in der Führung des Leitbetriebs.

07. Dezember 2017

Insgesamt bewirtschaftet man 1450 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, wovon etwa 450 Hektar im benachbarten Ungarn liegen. „Die weiteste Fläche ist dennoch nur 23 Kilometer vom Hof entfernt“, berichtet Alexander Thiess, Gutsverwalter und Geschäftsführer der Domaine Albrechtsfeld GmbH. Der am Francisco Jospehinum in Wieselburg ausgebildete Agraringenieur leitet bereits seit neun Jahren die Geschicke des Gutsbetriebs. Und hat in dieser Zeit schon große Veränderungen in der Bewirtschaftung mitgemacht. „2010 erfolgte die Umstellung auf biologische Landwirtschaft“, erzählt er, „was einem Verzicht auf künstliche Dünge- und Spritzmittel gleichkommt. Auch mit der Rinderhaltung haben wir damals begonnen.“

Große Veränderungen
Mittlerweile zählt man 100 Stück „Aberdeen Angus“ Rinder, davon 65 Mutterkühe. „Diese meist schwarzen Tiere sind ruhig, gutmütig und anspruchslos, und kalben bereits mit rund 30 Monaten zum ersten Mal“, weiß Thiess zu berichten. Die Weidehaltung ist im Gutsbetrieb in die Fruchtfolge integriert. „Wir bauen vor allem Winterweizen, Luzerne, Winterroggen, Gelbhirse und Ölkürbis an“, erzählt Thiess weiter. „Wobei wir ganz stark mit Lohnunternehmen zusammenarbeiten, die für uns die Ernte durchführen.“

Schwieriger Standort
Ackerbaulich ist der Standort sehr schwierig zu bewirtschaften. „Wir befinden uns im Seewinkel am Rande der pannonischen Tiefebene in der tiefst gelegenen und heißesten Region Österreichs“, erklärt Thiess. Die fruchtbaren, seichten Schwarzerden der Gegend sind ackerbaulich sehr schwierig zu bewirtschaften, da die schottrigsandigen Böden das Wasser nur schlecht halten können. „Wir haben einen durchschnittlichen Jahresniederschlag zwischen 400 und 450 Millimeter. Heuer hatten wir bis Jahresmitte nur knapp 150 Millimeter.“ Viel zu wenig für die konventionelle Landwirtschaft. „Ohne Bewässerung geht gar nichts. Der Ertrag wäre wohl um einiges geringer“, schätzt Thiess. Die Beregnung ist daher der größte Kostenfaktor für den Betrieb. Mehrere große Pumpen mit je 100.000 Liter Förderleistung in der Stunde transportieren über unterirdische Bewässerungslinien mit Pumpstationen Wasser zu den Feldern.

Betrieb im Wandel
„Ich denke, dass es noch wärmer werden wird“, befürchtet Thiess. „Die Niederschläge werden immer weniger kalkulierbar und kommen eher als Extremereignisse, dazu werden die Trockenperioden mehr. Trotzdem machen uns in letzter Zeit auch vermehrt Spätfröste zu schaffen.“ Der starke Wind trocknet zusätzlich aus, die Bewässerung fordert in trockenen Zeiten ihren Tribut. „Heuer hat sich der Grundwasserspiegel bereits um mehr als einen Meter gesenkt“, erzählt er. Wasser könnte damit zum Mangelfaktor werden. „In Zukunft werden wir daher auch andere Pflanzen forcieren.“ So versucht man momentan die trockenheitsliebende Gelbhirse sowie den für schottrige Böden optimalen Speise-Amaranth. „Wir werden jedenfalls gerüstet sein“, so Thiess entschlossen.

Extensive Bewirtschaftung
Der Gutsbetrieb wird maschinentechnisch sehr extensiv bewirtschaftet. „Wir haben nur zwei Großtraktoren und einen Kulturtraktor in Betrieb“, erzählt er. „Die Maschinenauslastung ist sehr gut.“ Mit 0,62 PS pro Hektar liegt man im untersten Bereich, der durchschnittliche österreichische Agrarbetrieb zählt mehr als vier PS pro Hektar. Mit Farmtech war man das erste Mal auf der Agritechnica in Hannover in Kontakt gekommen. Über einen Farmtech-Händler wurde dann der Fortis 3000 angeboten, vorgeführt und anschließend gekauft. „Wir haben die Maschine nun seit zwei Jahren im Einsatz und sind höchst zufrieden.“ Der Fortis macht etwa 450 Stunden pro Jahr und ist daher sehr viel im Einsatz. „Wir verwenden ihn als Streuer und Abschieber zur Mistausbringung und für die Silage.“

Vielseitige Maschine
„Der Fortis ist eine sehr robuste und vielseitige Maschine“, weiß Thiess zu berichten. „Sie ist bedienerfreundlich, das hydraulische Fahrwerk ist sehr gut, was den Anhänger beim Fahren kaum bemerkbar macht. Auch das Abschieben mit dem Kratzboden funktioniert perfekt“, so Thiess weiter. Besonders zufrieden ist man auch mit der Verteilung und dem Streubild bei der Mistausbringung. Dieser hat im Albrechtsfeld einen besonders hohen Strohanteil. „Die breite Bereifung sorgt zusätzlich für geringen Bodendruck, daher ist die Maschine immer einsetzbar. Mindestens 300 PS sollte der Traktor aber schon haben“, ergänzt Thiess. Aber auch einen Verbesserungsvorschlag hat er parat: „Das Display ist etwas zu klein geraten und bei Vibrationen am Feld kaum zu bedienen. Darüber hinaus wäre es schön, wenn die Geräte in Zukunft Isobus-kompatibel wären.“

Top-Service
Besonders euphorisch äußert sich Thiess über das Service von Farmtech: „Das Service ist wirklich top, die Reaktionszeit ist nie länger als ein Tag. Dazu sind die Techniker immer kompetent, und Probleme werden rasch gelöst. Ich bespreche die Dinge immer bereits im Vorhinein telefonisch mit Ljutomer, dann ist die Reparatur meist rasch durchgeführt“, berichtet er über seine Erfahrung. „Wenn das Service nur überall so perfekt funktionieren würde wie bei Farmtech.“